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Günstig in der Business Class nach Asien – meine Erfahrungen mit Air China

Bei Air China gibt es immer wieder sehr günstige Business Class Tarife von Europa in Richtung Asien und Australien. Meine Frau und ich haben Ende letzten Jahres beim „Black Friday Deal“ zugeschlagen – waren aber gleichzeitig etwas skeptisch wegen des sehr niedrigen Preises. Lest hier, was uns an der Air China Business Class gefallen hat und was nicht.

AIR CHINA BLACK FRIDAY Angebot

Ende November 2016 bot Air China im Rahmen eines „Black Friday“ Sales für den Reisezeitraum 2017 Business Class Angebote für knapp über 1.000 Euro nach Asien an.  Dies passte sehr gut zu den Urlaubsplänen meiner Frau und mir und so buchten wir einen Gabelflug ab Frankfurt nach Singapur mit Rückflug ab Hong Kong via Peking für 1.190 Euro pro Person. Zwar liegt Peking Richtung Südostasien etwas abseits, aber  angesichts des Preises lässt sich dies bei einem Urlaubsflug verschmerzen.

Hong Kong Victoria Peak

Für die Meilensammler: Die Buchungsklasse R ist bei Miles&More nicht meilenfähig, bei anderen Star Alliance Programmen aber sehr wohl.

ONLINE BUCHUNG BEI AIR CHINA

Die Buchung auf der Air China Homepage war übersichtlich und einfach. Auch der Sitzplatz konnte im Verlauf der Buchung direkt reserviert werden. Rail&Fly ließ sich ebenfalls dazu buchen. Erstaunt hat mich insbesondere die gute Verfügbarkeit des Black Friday Angebots. Der super Preis war tatsächlich an fast jedem Tag verfügbar, was das Ganze noch attraktiver machte.

Wir hatten die Wahl zwischen einem Tagesflug um 13:55 Uhr mit geplanter Ankunft in Peking um 05:15 Uhr und einem späteren Flug, der um 20:15 Uhr startet und zur Mittagszeit in Peking landet. Als Anschlussflug nach Singapur kam nur der Flug um 15.35 Uhr in Betracht.

Wenn möglich bevorzuge ich immer den Nachtflug, da dieser dem natürlichen Tagesrhythmus entspricht und der Schlaf dadurch viel erholsamer ist. Der Plan war also, gemütlich am Mittwochabend nach Peking zu starten, dort ausgeruht anzukommen und um 15.35 Uhr weiter nach Singapur zu fliegen.

NACHTRÄGLICHE FLUGPLANÄNDERUNG: 10 STUNDEN AUFENTHALT IN PEKING

Leider ging diese Rechnung nicht ganz auf. Anfang des Jahres informierte Air China uns per E-Mail, dass der Nachtflug an unserem Reisedatum aus dem Flugplan gestrichen wurde. Als Begründung gab Air China an, dass aufgrund Renovierungsarbeiten an der Start- und Landebahn des Pekinger Flughafens einige Verbindungen gestrichen werden müssen. Stattdessen hatte man uns nun auf den früheren Flug um 13:55 Uhr umgebucht. Was für eine Enttäuschung! Mittags abfliegen, früh morgens übernächtigt in Peking ankommen und dann 10 Stunden Aufenthalt bevor es nach Singapur weitergeht? Aus einer ursprünglichen Reisezeit von 19 Stunden wurden plötzlich 26 Stunden. Und dabei war die Anreise ab Stuttgart mit dem ICE noch nicht mal eingerechnet.

10 Stunden Aufenthalt in Peking?!

Der Kontakt mit der Air China Station in Frankfurt gestaltete sich dann aber erstaunlich professionell und freundlich. Die Mitarbeiterin entschuldigte sich nochmals für die Flugplanänderung und bot mir drei kostenlose Alternativen an: Stornierung, Umbuchung auf den Nachtflug am Abend vorher oder am Tag darauf. Als vierte Möglichkeit wie sie mich auf die Möglichkeit hin, den Stop-Over mittels 72-Stunden-Transitvisum für einen Ausflug nach Peking zu nutzen. Da eine Änderung der Reisedaten für uns zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich war und der Preis nach wie vor unschlagbar war, entschieden wir uns schließlich dafür, den Flug wie geplant anzutreten.

Mit 72-Stunden-Visum vom Flughafen aus Peking besichtigen

ÄNDERUNG DES FLUGGERÄTS UND SITZPLATZRESERVIERUNG

Einige Wochen nach Änderung der Abflugzeit wurde auch noch ein Wechsel von der Boeing 747-8 auf die Boeing 77W bekanntgegeben. Bye bye Oberdeck mit 2-2 Bestuhlung, hallo Großraum Business Class! Aber das sind zugegebenermaßen tatsächlich Luxusprobleme. Erfreulich war auch hier, dass das Kundencenter in Frankfurt schnell und unkompliziert bei der Reservierung der neuen Sitzplätze behilflich war.

Statt mit der 747-8 ging es mit der 77W von Frankfurt nach Peking und zurück.

AIR CHINA CHECK IN AM FLUGHAFEN FRANKFURT

Der Air China Check-in ist in Terminal 1 in Halle B. Als wir gegen 12 Uhr dort ankamen waren ausreichend Schalter besetzt und selbst am Economy Check-in gab es keine nennenswerte Schlange. Der Check-in wurde von Lufthansa Personal durchgeführt und war  professionell und effizient.

AIR CHINA BUSINESS CLASS LOUNGE IN FRANKFURT

Air China betreibt am Flughafen Frankfurt keine eigene Lounge. Mit dem Business Class Ticket hat man Zutritt zu den verschiedenen Star Alliance Lounges. Air China nutzt in der Regel den Abflugbereich B, so bietet sich statt den Lounges der Lufthansa auch die Maple Leaf Lounge der Air Canada als Alternative an. Diese war während unseres Aufenthalts angenehm leer und bot die übliche Auswahl an Erfrischungen.

Air China Lounge Frankfurt

Boarding

Zum Boarding gibt es nicht viel zu sagen, außer dass es überpünktlich begann. Als wir zur angekündigten Boardingzeit am Gate ankamen, war das Economy Boarding bereits in vollem Gang. Für die First Class gab es eine separate Fluggastbrücke mit Zugang zum vorderen Eingang, Economy und Business Class Passagiere teilten sich eine zweite Fluggastbrücke.

DER BUSINESS CLASS SITZ BEI AIR CHINA

Die Kabine sah auf den ersten – und auch auf den zweiten Blick sehr ordentlich, hell und sauber aus und machte einen guten Eindruck. In der B77W bietet Air China neben 8 First-Class Plätzen insgesamt 42 Business Class Sitze, verteilt auf 7 Reihen in einer einzigen großen Kabine an. Die Sitze in 2-2-2 Anordnung sind leicht vom Gang abgeneigt und bieten so etwas mehr Privatsphäre als die nach vorne orientierten Sitzkonfigurationen bei Turkish oder  LATAM. Der Sitz bietet  zudem ausreichend Ablageflächen während des Flugs.

Per Knopfdruck lässt sich der Sitz in ein 180° flaches Bett verwandeln. Aufgrund der Sitzanordnung befindet sich die Fußkonsole zwischen den Sitzen der vorderen Reihe. Ich empfand den Sitz sowohl im Sitzen als auch Liegestellung als sehr komfortabel und ausreichend weich gepolstert.

BEGRÜSSUNG, WILLKOMMENSGETRÄNK UND AMENITIES BEI AIR CHINA

An unserem Platz warteten bereits ein Kissen, eine richtige Bettdecke sowie Kopfhörer, Slipper und Amenity Kit auf uns.

Air China Business Class Amenity Kit

Air China Business Class Amenity Kit

Hervorzuheben sind dabei insbesondere die Slipper, die einen qualitativ sehr guten Eindruck machten und für den Gang durch die Kabine oder zur Toilette definitiv angenehmer sind, als die dünnen Socken bei anderen Airlines. Socken gab es dafür keine – was aber in diesem Fall auch nicht nötig war.

Air China Business Class

Kurz nachdem wir uns gesetzt hatten, begrüßte uns die zuständige Flugbegleiterin und bot uns ein Willkommensgetränk an. Zur Auswahl standen Wasser, Orangensaft und Champagner.

MENÜKARTEN UND ESSENSWAHL

Parallel dazu wurden auch bereits die Menükarten verteilt und die Essenswünsche aufgenommen. Interessant war, dass nicht nur die Menüs sondern auch direkt die Getränke mit abgefragt wurden. Nachdem die Bestellung aufgenommen wurde, nahmen die Flugbegleiter die Menükarten auch schon wieder mit. Hier ist Schnelligkeit und Entscheidungsfreude gefragt!

Air China Business Class Food  Air China Business Class Food

Positiv empfand ich außerdem, dass die Flugbegleiterin nachfragte, ob wir gerne bis zur Landung in Peking durchschlafen möchten oder ob sie uns zum Frühstück aufwecken soll. Was bei einigen Airlines absoluter Standard ist hat mich bei anderen Airlines teilweise schon richtig geärgert, wenn man zum Frühstück aus dem Schlaf gerissen wird…

IMPRESSIONEN VOM START IN FRANKFURT

Air China Business Class
Landung einer 747 während wir auf die Startfreigabe warteten.
Air China Business Class
Blick auf das Wiesbaden Army Airfield von oben.
Triebwerk Boeing 777
Immer wieder beeindruckend, die großen Triebwerke der Boeing 77W!

DAS ESSEN AN BORD VON AIR CHINA

Kurz nach dem Start begann die Cabin Crew mit der Essensvorbereitung. Ein Aperitif wurde nicht angeboten, stattdessen verteilten die Flugbegleiter vor dem Essen die bestellten Getränke – in unserem Fall einen AOC Bourgogne Première Cuvée Domaine Martin, den wir zu den Garnelen ausgewählt hatten. Zusätzlich wurde ein kleiner „Gruß aus der Küche“ angeboten.

Der „Gruß aus der Küche“

Anschließend wurde ziemlich flott das Essen verteilt. Ähnlich wie bei der Lufthansa nutzen die Flugbegleiter dabei nicht den Servierwagen sondern brachten die Tabletts als „Restaurantservice“ einzeln zu den Sitzen.

Wir hatten uns für die Asiatische Hauptspeise anstatt der westlichen Variante entschieden. Das Essen war recht gut, setzte jedoch insgesamt mehr auf Masse als auf Klasse. Als Vorspeise gab es Salat, Garnelen und ein Brötchen:

Air China Business Class Food

Anmerkung: Die Bewertung der Speisen bezieht sich ausschließlich auf den Abflug ab Frankfurt. Auf dem Rückflug von Peking nach Frankfurt zwei Wochen später war das Essen schlichtweg ungenießbar!

Die Hauptspeise bestand aus Garnelen, Gemüse und Reis und schmeckte (fast) wie beim Fastfood Asiaten um’s Eck.

Air China Business Class Food

Zum Nachtisch wurde standardmäßig ein kleiner Obstteller sowie wahlweise Käse oder ein Dessert angeboten. Wir entschieden uns für Käse.

Air China Business Class Food

Ein wenig schade war der fehlende Port- bzw. Dessertwein. Aber auch das konnten wir verschmerzen und zu viel Alkohol ist ja bekanntlich ohnehin ungesund im Flieger…

Der ganze Essensservice lief sehr zügig ab, ohne große Pausen zwischen den Gängen. Die Getränke wurden bei leerem Glas proaktiv ohne Aufforderung nachgeschenkt.

SERVICE WÄHREND DEM FLUG

Zum Service während des gesamten Flugs (sowie auch auf den anderen Teilstrecken PEK-SIN/ HKG-PEK und PEK-FRA) gibt es nur Positives zu berichten: Der war richtig gut! Die Flugbegleiter wirkten zwar teilweise etwas roboterhaft, waren aber insgesamt sehr aufmerksam und gaben uns zu jedem Zeitpunkt das Gefühl, an Bord willkommen zu sein. Insbesondere auch in der Phase zwischen Abendessen und Frühstück, als die Kabine abgedunkelt war und ein Großteil der Mitreisenden schlief. Wann immer meine Frau oder ich zwischendurch aufgestanden sind, wurden wir aktiv gefragt ob wir irgendwas benötigen. Die englischen Sprachkenntnisse der Kabinenbesatzung waren gut bis ausreichend und auf dem Rückflug von Peking war sogar ein deutscher Flugbegleiter eingesetzt.

Air China Business Class

Herausragend fand ich die Tatsache, dass gefühlt nach jedem Toilettenbesuch geputzt wurde (ersichtlich u.a. am eingefalteten Toilettenpapier) und die Toiletten daher zu jeder Zeit in einem top Zustand waren. Das habe ich bei anderen Airlines, u.a. Lufthansa und Turkish schon ganz anders erlebt!

UNTERHALTUNG AN BORD BEI AIR CHINA

Das Inflight Entertainment bei Air China fiel im Vergleich zu den übrigen Punkten deutlich ab. Die Filmauswahl war nicht sehr groß und bestand überwiegend aus Chinesischen Filmproduktionen. Internationale Blockbuster gab es pro Kategorie (Action, Drama, Romance, Comedy, Kids) nur ca. eine Hand voll und diese waren nicht einmal sehr gut ausgewählt. So ließ ich mich auf dem Flug von Frankfurt nach Peking dazu hinreißen, aus Mangel an Alternativen „Shawn das Schaaf“ anzuschauen… Positiv sind die Kopfhörer aufgefallen, die wirklich eine sehr gute noise cancelling Eigenschaft hatten.

SMARTPHONEVERBOT UND ANDERE MERKWÜRDIGKEITEN

Auch wenn uns der Flug insgesamt sehr positiv überrascht hat und sich das Produkt keinesfalls „ramschig“ angefühlt hat wie befürchtet, gab es dennoch einige Chinesische Besonderheiten die ein wenig merkwürdig bzw. ärgerlich waren.

Dies fing an mit der Summe der Safety Hinweise vor dem Start. Zuerst demonstrierten die Flugbegleiter persönlich die wichtigsten Safety Features, anschließend wurde die ganze Safety-Litanei per Tonband auf Chinesisch und Englisch abgespielt, danach nochmal ein vollständiges Safety-Video und kurz vor dem Start nochmal eine Durchsage zum Thema anschnallen, Sitze aufrecht, Elektrogeräte ausschalten, etc. Letztendlich kann man sagen „better safe than sorry“ – aber ich persönlich fand das dann doch etwas zu viel des Guten.

In diesem Zusammenhang wurde auch stets darauf hingewiesen, dass die Nutzung von Mobiltelefonen auch im Flugmodus die Flugsysteme beeinträchtigen kann und diese daher während des gesamten Fluges ausgeschaltet bleiben müssen. Auf den Zubringerflügen von und nach Peking wurden zudem noch mehrfach die dazugehörige nationale Rechtsgrundlage sowie die Strafen bei Verstoß aufgeführt, inklusive einer möglichen Inhaftierung. Auch wenn die Flugbegleiter das Verbot (zumindest in der Business Class) nicht aktiv durchgesetzt haben, war es doch etwas nervig, das Smartphone nicht offen nutzen zu dürfen um z.B. Fotos aus dem Fenster oder – in meinem Fall – vom Essen zu machen.

AUFSTEHEN AUF EIGENE GEFAHR!

Als weitere Besonderheit blieb das Fasten Seat Belt Sign den ganzen Flug über angeschaltet, offenbar als Sicherheitsmaßnahme damit alle sich anschnallen. So hatte man überhaupt keinen Anhaltspunkt, wann man tatsächlich sitzenbleiben sollte weil Turbulenzen drohen oder wann diese ggf. wieder vorüber waren.

Auch haben die Flugbegleiter bis auf unseren letzten Flug von Frankfurt nach Peking aktiv dafür gesorgt, dass nach dem Start alle Fensterblenden geschlossen werden. Was bei einem Nachtflug sicher sinnvoll ist, war tagsüber dann doch gewöhnungsbedürftig (zumal ja während der Essensausgabe ohnehin die volle Beleuchtung aktiviert ist). Immer vor dem Hintergrund, wie günstig unser Business Class Ticket war und dass es sich um einen Urlaubsflug handelte, konnten wir diese Chinesischen Eigenarten aber gut verkraften und insgesamt war unser Flugerlebnis sehr angenehm.

ANKUNFT IN PEKING

Der Beijing Capital Airport PEK ist der Hub für Air China und mit ca 90 Millionen Fluggästen pro Jahr der zweitgrößte Flughafen der Welt. Bei Reisenden besitzt der Flughafen aufgrund seiner Verspätungsanfälligkeit, langer Schlangen bei Einreise und Umstieg sowie weiter Wege einen eher zweifelhaften Ruf. Somit waren wir gespannt, wie sich die Situation bei unserem Flug darstellen würde.

Im Anflug auf Peking wurden wir statt vom häufigen Smog von einem atemberaubenden Sonnenaufgang begrüßt. Leider wirkt dieser – wie so oft – auf dem Foto nur halb so schön wie er in echt war:

Peking Airport

TRANSFER BZW. 72-Stunden-VISUM IN PEKING

Nach einem recht kurzen Taxi kamen wir an einem Finger in Terminal 3E  zum Stehen. Auf Laufbändern legten wir den Weg zum zentralen Immigration Checkpoint zurück. Dort wurden die Reisenden auf verschiedene Kontrollstationen aufgeteilt: Chinesische Staatsbürger, Ausländer, Diplomaten, und International Transit. Zudem gab es eine Spur für „72h visa free transfer“, in der wir uns anstellten. Aufgrund weiterer parallel angekommener Maschinen hatten sich an allen Schaltern längere Schlangen gebildet. Nach ca. 20 Minuten waren wir an der Reihe. Unter Vorlage unserer Bordkarte für den Weiterflug gab es den Einreisestempel im Pass und wir  konnten uns via Shuttlezug zum Ausgang begeben.

72 Stunden Visum Peking

Auf dem Rückflug von Hong Kong nach Frankfurt nutzten wir beim Umstieg in Peking den „international Transfer“ Schalter. Hier wird der Pass nicht mehr gestempelt, sondern die Bordkarte und der Pass durch Flughafenmitarbeiter geprüft. Danach geht es ein Stockwerk tiefer zur Sicherheitskontrolle, aus der man unmittelbar in den Abflugbereich gelangt. Da es während unseres Umstiegs keine Warteschlangen gab, hatten wir die Prozedur in 10 Minuten hinter uns gebracht.

SICHERHEITSKONTROLLE IN PEKING

Die Sicherheitskontrollen wurden, auch im internationalen Vergleich, sehr professionell und gewissenhaft durchgeführt. Wir wurden nach dem Durchleuchten unserer Taschen noch gebeten, einige darin befindliche Gegenstände zu zeigen, die aufgrund von Überlagerungen mit dem Röntgengerät nicht identifiziert werden konnten. Auch der Flüssigkeitsbeutel wurde sehr genau inspiziert. Das Sicherheitspersonal empfand ich dabei, trotz limitierter Fremdsprachekenntnisse, nicht als unhöflich.

Insgesamt lief der Transfer am Flughafen in Peking besser als ich erwartet hatte!

AIR CHINA BUSINESS CLASS LOUNGE PEKING

Die Air China Lounge für internationale Abflüge befindet sich in Terminal 3 bei Gate E19. Sie ist in einer offenen Architektur gestaltet und bietet einen schönen Ausblick auf das Vorfeld.

Air China Lounge Beijing Peking

Darüber hinaus hat die Lounge alles was man von einer Business Class Lounge erwartet: Verschiedene Bereiche inklusive Ruhezone und Essbereich, warme und kalte Speisen und Snacks, alkoholische und nicht alkoholische Getränkeauswahl sowie Duschmöglichkeiten. Für die Anmeldung im W-Lan Netzwerk gibt es einen Desk an dem man per Reisepass-Scan einen Zugangscode generieren kann. Ich empfand die Lounge weder besonders gut noch besonders schlecht, mit Ausnahme des Essens. Es hat zwar besser geschmeckt als im Flieger, aber war trotzdem nicht besonders gut. Fazit: Nothing to write home about.

WEITERFLUG MIT AIR CHINA NACH SINGAPUR

Peking Airport

Unser Anschlussflug in Richtung Singapur gestaltete sich unspektakulär. Das Boarding fand mittels Bussen statt, da unser Flugzeug auf einer Vorfeldposition stand. Zum Zeitpunkt des Boardings waren wir beide doch schon sehr lange auf den Beinen und wollten einfach nur noch schlafen. Da kam es uns sehr gelegen, dass Air China in der A 330-300 ebenfalls einen Full Flat Business Class Sitz bietet. Anders als in der Boeing 77W ist im A333 ein anderer Sitztyp verbaut, derselbe den LATAM oder Turkish nutzen. Folglich sind die Sitze in 2-2-2 Konfiguration nicht vom Gang abgeneigt sondern parallel dazu angeordnet und bieten somit ein bisschen weniger Privatsphäre. Dennoch sind die Sitze sehr bequem und für einen 6 Stunden Flug absolut in Ordnung.

ESSEN UND UNTERHALTUNG AN BORD DER A330-300

Start Peking Airport

An unserem Platz warteten auch hier Slipper und Kopfhörer. Ein Amenity Kit gab es dagegen nicht.

Der Essensservice lief ähnlich ab wie beim vorhergehenden Flug. Der einzige Unterschied war, dass das Essen erst rund 1,5 Stunden nach dem Start gegen 17.45 Uhr serviert wurde. Die Flugbegleiter informierten uns beim Verteilen der Willkommensdrinks über diese Besonderheit (man wollte sich wohl an der regulären Abendessenszeit orientieren) und fragten uns ob wir überhaupt etwas zu Essen möchten oder es bevorzugen, direkt zu schlafen. Wir entschieden uns für das Essen, haben aber davor und danach den Großteil des Flugs verschlafen.

Sehr viel anderes hätte man bei Smartphoneverbot und stark limitiertem Inflight Entertainment auch nicht tun können. Anders als beim Interkontinentalflug bestand das Filmangebot fast ausschließlich aus Chinesischen Filmen und selbst dabei gab es nur wenig Auswahl.

Erfreulich war zum Abschluss, dass der Flug pünktlich in Singapur landete und auch unsere Koffer als Priority Gepäck als erstes auf dem Gepäckband ankamen.

FAZIT

Insgesamt war die Air China Business Class deutlich besser als wir gedacht hätten. Die Flugplanänderung und die damit verbundene sehr lange Reisezeit waren unglücklich, wurden aber von der Air China Station in Frankfurt professionell gehandhabt. Die Flüge waren halbwegs pünktlich und der Umstieg in Peking problemloser als befürchtet. Deutlich abgefallen sind dagegen das Essen und das Inflight Entertainment. Weitere Dinge, wie z.B. das Handyverbot waren darüber hinaus ziemlich ärgerlich.

Punkten konnte Air China mit dem bequemen und komfortablen Sitz in der Boeing 77W. Hier haben die Chinesen die Nase vor ihren Star Alliance Mitstreitern Lufthansa und Turkish Airlines. Auch die Kabine war in einem guten Zustand und der aufmerksame Service rundete das Flugerlebnis ab.

In der Summe ist Air China sicherlich nicht mit den Top Airlines in der Star Alliance auf Augenhöhe, für den Preis würde ich aber je nach Destination wieder einen Flug mit den Chinesen buchen. Insbesondere wenn bei einem Urlaubsflug die Alternative Economy oder Premium Economy lautet sind die Angebote der Air China Business Class auf jeden Fall eine gute Wahl!

11 Gedanken zu „Günstig in der Business Class nach Asien – meine Erfahrungen mit Air China

  • 14. Mai 2017 um 14:24
    Permalink

    Dankeschön für den informativen Report. Die Erzählungen meiner Frau über die Flüge mit Air China werden damit bestätigt.

    Antwort
    • 16. Mai 2017 um 5:09
      Permalink

      Es freut mich zu hören, dass deine Frau ähnliche Erfahrungen mit Air China gemacht hat! Vielen Dank für das Feedback 🙂

      Antwort
  • 16. Mai 2017 um 16:59
    Permalink

    An das Angebot kann ich mich auch sehr gut erinnern und hatte überlegt etwas daraus zu machen. War aber skeptisch, was Air China und die Business Class angeht. Freut mich sehr zu hören, wenn es so gut war. Das Essen sieht klasse aus. Schade, das die 747-8 durch die 77W ersetzt wurde, auch wenn diese ebenso schön ist.

    Antwort
    • 22. Mai 2017 um 16:09
      Permalink

      Ja wir haben damals auch kurz gezögert, vor allem Mrs Grumbert war skeptisch („Wenn ich schon so viel Geld zahle, dann will ich auch ne richtige Business Class Erfahrung haben“). Aber letztlich sind wir froh, dass wir es gemacht haben. Alternative wäre damals die Swiss gewesen mit rund 2.000 pro Person oder British mit 1.800. Das Geld haben wir dann lieber anderweitig investiert. Gruß Mr Grumbert

      Antwort
  • 19. Mai 2017 um 19:55
    Permalink

    Danke für diesen informativen Trip Report! Das deckt sich in etwa mit meinen Erfahrungen auf AMS-CAN-AKL mit China Southern, welche in C ein vergleichbares Produkt abliefern. Kann man sich meiner Meinung nach bei diesen Preisen jederzeit antun, wenn man dafür der Käfighaltung weiter hinten entfliehen kann. Da kann man auch mal über nicht-ganz-Weltklasse-Service hinwegsehen, es ist immer noch eine lohnende Investition.
    Interessant finde ich die Ausführungen über das Smartphone-Verbot. Habe ich das richtig verstanden, dass dies auch auf dem PEK-SIN-Sektor galt? Das ist ja nicht ein Inlandflug, oder hat Singapur eine ähnliche Gesetztgebung?

    Antwort
    • 21. Mai 2017 um 7:33
      Permalink

      Das Handyverbot gilt leider für alle Flüge die mit einer Chinesischen Airline durchgeführt werden. Da spielt es keinen Rolle, ob es sich um nationale oderinternationale Flüge handelt. Was mich aber immer wieder stutzig macht, dass Tablets nach Start erlabt sind. aber bei Smartphones greifen sie durch. wobei die
      Geräte doch die gleiche Funktionen besitzen!

      Antwort
    • 22. Mai 2017 um 16:12
      Permalink

      Danke für das Feedback – und schön, dass wir einer Meinung sind! Was das Handyverbot betrifft, ist es tatsächlich so wie Joerg Boettger geschrieben hat. In Chinesischen Flugzeugen gilt immer das Chinesische Recht. Auf der Strecke PEK-SIN und HKG-PEK haben sie das Verbot sogar noch strenger umgesetzt als auf der Langstrecke in Richtung Frankfurt. Sinn macht es wahrlich keinen… Gruß Mr Grumbert

      Antwort
    • 2. Juni 2017 um 13:11
      Permalink

      Hallo Daniela und Tanja, vielen Dank für den Link zu eurem Blog! Gerne werde ich eure Erfahrungen am Ende des Artikels verlinken 😉 Liebe Grüße, Sina Grumbert

      Antwort
      • 2. Juni 2017 um 18:39
        Permalink

        Hallo Sina,

        wir werden Deinen Beitrag auch in unserem Bericht verlinken. So können wir den Lesern noch eine zweite lesenswerte Meinung bieten.

        Schöne Grüße
        Daniela & Tanja

        Antwort
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